Bilder vom Festakt am 24.11.2017

Nach einer mehrmonatigen Vorbereitungszeit sowie intensivem theoretischem und vor allem praktischem Training aller Crewmitglieder startete „Christoph 15“ am Samstag, 27.1.2018 in einen einjährigen Probebetrieb zur Evaluation des Bedarfes einer Rettungswinde am Standort Straubing.

Es handelt sich dabei um einen Realbetrieb, die Kosten werden von den Kostenträgern, dem ZRF Straubing und der ADAC Luftrettung getragen, Ausbildung und Einsatzkonzeption wurden von der Bergwacht Bayern unterstützt. Parallel zu diesem Realbetrieb erfolgt im Auftrag des Innenministeriums unter Federführung des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM) eine Evaluation dieses Probebetriebes, die als Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen (Verstetigung vs. Beendigung des Windenbetriebs) dienen wird.

Grundsätzlich ist eine Landung im unzugänglichen Gelände ausgedehnter Waldgebiete, felsiger Mittelgebirgsgipfel oder Klettergebiete sehr häufig nicht möglich, ein zügiges Verbringen des Notarztes zum Patienten und ggf. weiterer Kräfte mit Hilfe der Rettungswinde jedoch sinnvoll. Auch der Abtransport mit der Rettungswinde kann verletzten und/ oder erkrankten Patienten potenziell lange, schwierige, personalintensive und traumatische Rettungswege ersparen.

Die Rettungswinde an „Christoph 15“ dient somit strategisch

  • der Verkürzung des therapiefreien Intervalls,
  • der Verkürzung des präklinischen Intervalls,
  • der Steigerung der Versorgungsqualität beim Rettungseinsatz im unwegsamen Gelände und
  • der Ressourcenschonung bei den terrestrischen Rettungskräften.

 

„Christoph 15“ realisiert diesen Windenbetrieb mit einem sogenannten „3-Mann-Betrieb“. Dies bedeutet, dass der TC HEMS, der im Rahmen des medizinischen Rettungseinsatzes (entsprechend seiner Ausbildung als Rettungsassistent oder Notfallsanitäter) als Assistent des Notarztes fungiert, im Windeneinsatz funktionell zum Winden-Operator (Helicopter Hoist Operator = TC HHO) wird. Benötigt der Notarzt also nach einem Ausstieg mit der Winde bei Versorgung, Rettung und Abtransport des Patienten Assistenz, so müssen terrestrisch oder luftgebunden weitere Kräfte zugeführt werden.

Typische Einsatzindikationen für die Rettungswinde von „Christoph 15“ sind das Zubringen des Notarztes und / oder der Abtransport nach / bei folgenden Lagen:

  • Forstunfall
  • Kletterunfall
  • Skiunfall
  • Mountainbikeunfall
  • Verletzter/ erkrankter Wanderer
  • Patient im unwegsamen Gelände
  • Patient im Wald
  • Patient im felsigen Gebiet
  • Patient auf nicht-fahrendem Boot / Schiff
  • andere Szenarien nach vorheriger Rücksprache mit der Besatzung des Hubschraubers

Bereits in den ersten Wochen nach Start in das Windenprobejahr konnten etliche Windeneinsätze im Bereich des Bayerischen Waldes (u.a.  am Kaitersberg, am Arber sowie am Geißkopf) erfolgreich absolviert und damit z.T. schwer verletzten Patientinnen und Patienten schnelle Hilfe in unwegsamem Gelände zugeführt werden.