CRM-Fortbildung

 

Fehlerquelle Mensch

 

Rettungscrews des Straubinger ADAC-Hubschraubers

„Christoph 15“ trainieren Teamarbeit unter Stress

 

Straubing. „Fehler machen ausdrücklich erwünscht“, hieß es auf einer Fortbildungsveranstaltung der Rettungscrews von „Christoph 15“. Am Beispiel einer Wiederbelebung an der Simulatorpuppe deckten 20 Notärzte, Rettungs­assistenten und Piloten des Straubinger ADAC-Hubschraubers typische Fehlerquellen auf und entwickelten Strategien, um Fehlgriffe von vorne herein zu vermeiden. „Erkenntnisse aus der medizinischen Unfallforschung belegen, dass 75 Prozent aller Fehler menschliche Ursachen haben und nichts mit mangelndem Wissen zu tun haben“, erklärt der neue, stellvertretende Notarzt­leiter von Christoph 15 und Lehrgangsinitiator Dr. Christian Thiel den Lern­ansatz. Eine Reanimation ist eigentlich ein Routineablauf für die Besatzungen. Dennoch können sich besonders bei hektischen Rahmenbedingungen am Einsatzort Flüchtigkeitsfehler einschleichen. Entscheidend ist dann die Frage, ob der Teamchef noch die Kontrolle über die Gesamtsituation hat und ob die Kommunikation und das Miteinander der Teammitglieder auch unter Stress klappen.

 

Knackpunkt Kommunikation

 

Klare Anweisungen des Teamleiters an die Rettungskräfte sind das A und O für einen strukturierten Einsatzablauf. Andererseits ist der Teamchef auf die Rückmeldung der Helfer angewiesen. In diesem Wechselspiel liegen die meisten Schwachpunkte, so die Erkenntnisse aus dem Praxistraining. „Ziel war es deshalb, Mängel bei der Kommunikation bereits im Entstehen zu erkennen und so im realen Einsatz zu vermeiden, aber auch das Vertrauen der Teammitglieder untereinander zu fördern“, zieht Thiel eine positive Bilanz des Lehrgangs.

 

reanimation

Am Beispiel einer Wiederbelebungsübung an der Simulatorpuppe deckten 20 Notärzte, Rettungs­assistenten und Piloten des Straubinger ADAC-Hubschraubers „Christoph 15“ typische Feh­lerquellen auf und entwickelten Strategien, um Fehlgriffe im realen Einsatz zu vermei­den.

 

Foto: Thiel